Sommer, Hitze, Sonnenschein -  nach dem Klettern im Aktienbruch schnell noch mal ins Wasser hüpfen am nahegelegenen Kautzenberg - wie schön! Dazu lief man früher vom Aktienbruch 15 Minuten und kommt am hintersten der drei wassergefüllten Steinbrüche an. Schnell dort in's Wasser und wieder verschwinden?


 

Das kann böse in's Auge gehen, wie mehrere unschöne Zusammenstöße gezeigt haben. Erforderlich ist nämlich eine Anmeldung am vordersten der drei Steinbrüche, von der Straße aus gesehen. Der Grund ist die Pacht des Geländes von Klaus Diersch, der das ganze Gelände mühevoll von Müll beräumt hat und auch ein Dixie-Klo installiert hat. Seit 5 Jahren betreibt er mittlerweile hier nun seine Tauchstation, befüllt Flaschen mit Sauerstoff und lässt auch Kletterer gegen einen geringen Unkostenbeitrag auf dem Gelände zelten. Täglich kontrolliert er mehrmals das Areal, sammelt Müll ein und stellt sicher, dass sich auch wirklich alle Bade- und Tauchgäste angemeldet haben. Die Steinbrüche bilden nämlich seine Lebensgrundlage.
Sieht er unbekannte Gesichter, ist er nicht diplomatisch. Die letzte Konfrontation endete mit dem Nasenbeinbruch eines Berliner Kletterers.

 

 



Gewalt lässt sich nicht entschuldigen, sie ist den meisten Kletterern fremd. Um die Situation trotzdem etwas zu verstehen, ist es nützlich, die Vorgeschichte des Geländes zu kennen. Die Kautzenbergbrüche sind das traditionelle Baderevier der Saalkreisjugend. Aber auch die Kletterer kamen regelmäßig hier her. Über die Jahre wurde das Gelände so verdreckt, dass sich die Kletterer immer mehr zurückzogen. Es lagen überall Glasscherben herum, aufgeschnittene Füße waren die Folge. Zunehmend große Parties mit Unmengen an Müll nahmen zu. Nach mehreren Müllsammelaktionen haben auch wir als IG Klettern irgendwann aufgegeben. In dem eigentlich klaren, blauen Wasser schwammen Kippen, Dosen, Autoreifen und Plastikflaschen. Mehrere Versuche von Tauchsportvereinen das Gelände als Tauchbasis zu betreiben, schlugen ebenfalls fehl. Eine komplette Einzäunung ist zu teuer und die Kontrolle ehrenamtlich zu betreiben, nicht möglich (wer einmal komplett drumrumgelaufen ist, wird verstehen, was ich meine). Klaus Diersch hat sich für einen anderen Weg entschieden. Er hat sowohl die Jugendlichen vom Saalkreis als auch uns als Kletterverein eingebunden. Wer IG-Mitglied ist, muss nur einen Euro Eintritt zahlen (Ausweis mitbringen), das Klettern bleibt trotz der Tauchnutzung weiterhin erlaubt. Er verzichtet auf die Einzäunung, was ich prinzipiell gut finde. Er hat uns das Gelände kostenlos zur Wintersonnenwende überlassen. Wenn man ihn mit dem gebührenden Respekt verhandelt, ist er der beste Kumpel. Aber er sorgt auch dafür, dass sich seine Null-Toleranz-Linie rumspricht. Das kann auch zu Ungerechtigkeiten führen - einmal hatten Kletterer drunter zu leiden, die ihre Sommersonnenwendbändel (der Nachweis für den Eintritt) für's Baden abgebunden hatten.



Nach wie vor werden die Steinbrüche von vielen im ehemaligen Saalkreis als billige Müllkippe und ich-lass-die-Sau-raus-Gelände angesehen. Wir bekommen das mit, wenn wieder mal ein Kleingärtner oder Häuslebauer seinen Abfall am Aktienbruch verkippt, Graffities an die Wände gesprüht werden oder Motorradfahrer unseren Zustiegsweg zerfahren. Klaus Diersch berichtet von zahlreichen nächtlichen Einbruchsversuchen an seiner Tauchbasis. Wahrscheinlich braucht es einen sehr robusten Menschen wie ihn, um das Gelände am Kautzenberg überhaupt zu betreiben. Ob die Nichtanmeldung eines Badegastes aus Dreistigkeit oder schlicht nur Unkenntnis der Situation geschieht, interessiert ihn dann nicht, er pfeift die Leute sofort raus und verweist sie des Geländes.

Liebe Kletterfreunde, bitte tragt Euren Teil dazu bei, unnötige Konfrontationen zu vermeiden. Kommt am besten immer gleich von vorn (Straße zwischen Autobahn und Löbejün) zum Kautzenberg, meldet Euch immer an und nehmt euren Müll wieder mit und betretet keinesfalls das Betriebsgelände des aktiven Steinbruches, denn dort wird auch kontrolliert (ist nicht überall ausgeschildert aber offensichtlich).

Viele Grüße
Gerald